ALKIS-Daten aller 16 Bundesländer: Formate, Lizenzen, Kosten und Download-Wege
Stand: 10. August 2026
Einen vollständigen Überblick über die ALKIS-Angebote der Länder zu bekommen, ist schwer: Die Informationen sind über sechzehn Portale verstreut und ändern sich laufend. Diese Übersicht beruht deshalb auf unserem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung im August 2026.
Ein „deutsches ALKIS“ gibt es nicht. Es gibt sechzehn. Jedes Land entscheidet selbst über Formate, Preise, Lizenz und darüber, ob man einen ganzen Landkreis am Stück laden kann oder jedes Flurstück einzeln bestellen muss.
Wer in mehreren Ländern plant, verliert damit regelmäßig einen halben Tag pro Projekt. Diese Seite fasst zusammen, wer aktuell was liefert, mit direktem Link zum jeweiligen Portal.
Das Wichtigste in Kürze
- 13 der 16 Länder geben ALKIS ohne Eigentümerangaben vollständig kostenlos ab. Bayern gibt seine Flurstücksdaten nicht frei und verlangt 2,90 € je Flurstück. Einzelne Teilprodukte wie Verwaltungsgebiete und tatsächliche Nutzung sind dort kostenfrei. Hamburg und Sachsen-Anhalt öffnen nur einen Teil des Datenbestands.
- Auslöser war der 9. Juni 2024, die Frist der EU-Verordnung zu hochwertigen Datensätzen. Bremen und Mecklenburg-Vorpommern haben an genau diesem Tag geöffnet, Rheinland-Pfalz vier Tage früher, Baden-Württemberg drei.
- NAS ist das Leitformat und wird von allen 16 Ländern geführt, aber nicht überall kostenfrei abgegeben. DXF gibt es in acht Ländern, davon in drei kostenlos, in Baden-Württemberg zusätzlich auf Anfrage.
- Die Lizenzen und gesetzlichen Nutzungsregelungen erlauben kommerzielle Nutzung, auch die Weitergabe abgeleiteter Produkte. Je nach Land gelten unterschiedliche Anforderungen an Quellenvermerk und Änderungshinweis.
- Eigentümerdaten sind nirgends Open Data und bleiben antragspflichtig.
Die Matrix
| Land | Kostenlos | Lizenz | Freie Formate | DXF | Bulk | Aktualität |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | ✅ seit 06.06.2024 | DL-DE/BY-2.0 | NAS, WFS, WMS, OGC API Features (Beta) | ⚠️ möglich, Konditionen offen | ZIP-Archive | täglich (Landkreise) |
| Bayern | ❌ 2,90 €/Flurstück | CC BY 4.0 (nur Teilprodukte) | keine für Flurstücke | 💶 ja | Gebietsauswahl | tagesaktuell |
| Berlin | ✅ | DL-DE/Zero-2.0 | NAS, Shape, DXF | ✅ kostenlos | ganzes Land (7z) | monatlich |
| Brandenburg | ✅ seit 15.01.2020 | DL-DE/BY-2.0 | NAS, Shape | ❌ | landesweit + je Kreis | täglich |
| Bremen | ✅ seit 09.06.2024 | CC BY 4.0 | NAS, Shape, DXF | ✅ kostenlos | Stadtgebiete (ZIP) | quartalsweise |
| Hamburg | ⚠️ nur Teilmenge | DL-DE/BY-2.0 | GML, JPEG | 💶 ja | landesweit (ZIP) | vierteljährlich |
| Hessen | ✅ seit 01.02.2022 | §§ 18, 24 HVGG | NAS/XML, WFS | ❌ | Downloadcenter | täglich |
| Mecklenburg-Vorp. | ✅ seit 09.06.2024 | CC BY 4.0 | NAS, Esri-Shape | ❌ | landesweit, Kreis, Gemarkung | tagaktuell |
| Niedersachsen | ✅ | CC BY 4.0 | DXF, Shape, NAS, GPKG, TIF | ✅ kostenlos | GPKG je Landkreis | wöchentlich |
| Nordrhein-Westfalen | ✅ seit 01.01.2017 | DL-DE/Zero-2.0 | NAS, GeoPackage | ❌ | je Kreis | NAS quartalsw., GPKG halbj. |
| Rheinland-Pfalz | ✅ seit 05.06.2024 | DL-DE/BY-2.0 | NAS, Shape | ❌ | GeoShop-Selektion | nicht angegeben |
| Saarland | ✅ (seit 07/2025) | DL-DE/BY-2.0 | NAS, Shape | ❌ | Shape je Kreis, NAS landesweit | nicht angegeben |
| Sachsen | ✅ | DL-DE/BY-2.0 | NAS, WFS (GML/Shape) | 💶 ab 25 € Bereitstellung | landesweit + gemarkungsweise | quartalsweise |
| Sachsen-Anhalt | ⚠️ nur vereinfacht | DL-DE/BY-2.0 | WFS, WMS, Shape, CSV | 💶 ja | über WFS/Antrag | nicht angegeben |
| Schleswig-Holstein | ✅ (NAS) | CC BY 4.0 | NAS | 💶 ja | Massendownload | nicht angegeben |
| Thüringen | ✅ | DL-DE/BY-2.0 | NAS, Shape | ❌ | je Katasterbereich + landesweit | fortlaufend |
Die Portale im Einzelnen
Baden-Württemberg
LGL, Download über opengeodata.lgl-bw.de. Open Data seit der Pressemitteilung des MLW vom 06.06.2024. Zur DXF-Frage sagt das LGL nur: „Auch eine Abgabe in DXF-Daten ist möglich.“ GeoInfoDok 7.1 seit 31.12.2023.
Neu und praktisch das interessanteste Angebot bundesweit: Das LGL betreibt seit kurzem eine OGC API Features in einer Beta-Version, in zwei parallelen Implementierungen (ldproxy und pygeoapi). Damit lassen sich ALKIS-Objekte direkt über HTTP abfragen, ohne Download und ohne Konvertierung. Verfügbar sind unter anderem Flurstücke, Gebäude, Fluren, Gemarkungen und Grenzpunkte, dazu Objektarten aus dem Basis-DLM. Das LGL bittet ausdrücklich um Rückmeldungen.
Bayern
LDBV, Bestellung über GEODATENONLINE. Das einzige Land, das ALKIS nicht freigibt. Begründung im FAQ: „Aufgrund einschlägiger Regelungen des Bayerischen Vermessungs- und Katastergesetzes … ist das Datennutzungsgesetz … nicht anwendbar.“ Preise laut Gebühren- und Preisliste: 2,90 € je Flurstück ohne Eigentum, 3,90 € mit Eigentum. Mindestbetrag 20 € beim automatisierten Online-Abruf, sonst 100 € je Auftrag. Dafür gibt es alle Formate inklusive DXF und Shape.
Berlin
SenSBW. Das bürgerfreundlichste Angebot im Vergleich: ganz Berlin zum Download je Format, inklusive DXF, monatsaktuell, unter DL-DE/Zero-2.0 also ganz ohne Auflagen.
Brandenburg
LGB, Direktdownload unter data.geobasis-bb.de, Gebietsauswahl über den Geobroker. Vorreiter: kostenfrei bereits seit dem 15.01.2020. Tägliche Aktualisierung, GeoInfoDok 7.1.2 seit 01.07.2024. Kein DXF, dafür seit Juni 2026 GeoPackage.
Bremen
Landesamt GeoInformation, Metadaten und Direktlinks im GDI-DE-Katalog. Seit 09.06.2024 offen, CC BY 4.0, NAS, Shape und DXF als fertige ZIP-Pakete für Bremen und Bremerhaven.
Hamburg
LGV, Download über das Transparenzportal. Der Sonderfall: kostenfrei gibt es nur „ALKIS – ausgewählte Daten“ als GML und JPEG. DXF, DWG und NAS laufen über die kostenpflichtige Datenabgabe nach Preisverzeichnis 2026, Mindestbetrag 196 € je Auftrag.
Hessen
HVBG, Download über das Geodatenportal gds.hessen.de. Open Data seit 01.02.2022 auf Grundlage der §§ 18 und 24 HVGG, nicht unter DL-DE/Zero-2.0. Die Daten dürfen kostenfrei auch kommerziell genutzt und weiterverwendet werden. Ein Quellenvermerk ist freiwillig; wird er bei veränderten Daten angebracht, muss er auf die Bearbeitung hinweisen. Tägliche Aktualisierung, GeoInfoDok 7.1.2. Kein DXF.
Mecklenburg-Vorpommern
LAiV M-V, Download über laiv.geodaten-mv.de. Offen seit 09.06.2024. Seit Februar 2026 gibt es die ALKIS-Bestandsdaten zusätzlich als Landesdatensatz. Tagaktuell, AAA-AS 7.1.2 seit 22.04.2024.
Niedersachsen
LGLN, DXF-Bezug über Katasterkarten-Online. Das breiteste Formatangebot bundesweit: DXF, Shape, NAS, GeoPackage und TIF, alles kostenfrei. Wichtig: DXF gibt es über Polygonauswahl, der landkreisweise Massendownload ist GeoPackage. Wöchentliche Aktualisierung.
Nordrhein-Westfalen
Geobasis NRW, Download unter opengeodata.nrw.de. Der Pionier: offen bereits seit 01.01.2017, DL-DE/Zero-2.0, „Jede Nutzung ist ohne Einschränkungen oder Bedingungen zulässig.“ NAS je Kreis quartalsweise, vereinfachtes GeoPackage halbjährlich. Kein DXF.
Rheinland-Pfalz
LVermGeo RP, Bezug über den GeoShop. Offen seit 05.06.2024, umfasst „nahezu sämtliche Produkte der Geotopographie und des Liegenschaftskatasters (ohne Eigentumsinformationen)“.
Saarland
LVGL, Downloadportal seit Mitte 2025. ALKIS als Shapefile je Landkreis und als NAS landesweit, DL-DE/BY-2.0.
Sachsen
GeoSN, Download unter geodaten.sachsen.de. Zwei Varianten: sachsenweit ohne Punktinformationen, oder gemarkungsweise mit. Quartalsweise. DXF gibt es als eigenes Produkt „Liegenschaftskarte (DXF)“ auf schriftlichen Antrag. Da es nicht im Selbstabruf verfügbar ist, fällt eine Bereitstellungsgebühr nach SächsVermKoVO an, ab 25 € bei einfachem Aufwand, bis zu 500 € bei höherem.
Sachsen-Anhalt
LVermGeo LSA. Der schwächste Open-Data-Zugang: frei sind nur WMS, WFS sowie Shape und CSV auf Basis des „vereinfachten Datenaustauschschemas“. Ein vollständiger NAS-Bestandsdatenauszug ist im Open-Data-Angebot nicht enthalten. NAS und DXF laufen über Antrag und sind kostenpflichtig.
Schleswig-Holstein
LVermGeo SH, Download über OpenGBD. Kostenfrei ist NAS ohne Eigentümer unter den Nutzungsbedingungen der CC BY 4.0. Kommerzielle Nutzung ist erlaubt; erforderlich sind Quellenangabe und gegebenenfalls ein Hinweis auf Veränderungen. Shape und DXF sind entgeltpflichtig nach VermEgO, gültig ab 01.06.2026. Die DXF-Spezifikation ist die ausführlichste bundesweit.
Thüringen
Geoportal-TH. NAS und Shape kostenfrei, je Katasterdatenbereich oder Thüringen komplett, DL-DE/BY-2.0. Datenstand wird auf der Downloadseite ausgewiesen.
Die Formate, kurz erklärt
NAS ist der amtliche Standard und wird in allen 16 Ländern geführt, in Hamburg, Sachsen-Anhalt und Bayern allerdings nur kostenpflichtig. Technisch XML nach GML-Standard, inhaltlich das vollständige Objektmodell mit Kennzeichen, Fläche, Nutzungsart und Verknüpfungen. Der Preis dafür ist Sperrigkeit: Ein Landkreis kann entpackt mehrere Gigabyte ergeben, und ohne passende Software lässt sich nichts damit anfangen.
DXF ist die Zeichnung, sonst nichts. Sachsen bezeichnet das eigene Produkt als „Vektordaten ohne Objektstruktur“. Für eine schnelle Planungsgrundlage reicht das, für Auswertungen nicht.
Shape und CSV sind der Mittelweg: Geometrie in der einen, Sachdaten in der anderen Datei. Grundlage ist das „vereinfachte Datenaustauschschema“ der AdV.
GeoPackage ist der Aufsteiger. Eine SQLite-Datenbank mit Geometrie und Attributen in einer Datei, ohne Beschränkungen bei Dateigröße, Attributanzahl und Zeichenkodierung. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen setzen darauf, Brandenburg liefert es seit Juni 2026 über seinen vereinfachten WFS. Wer heute eine Verarbeitungskette aufbaut, sollte GeoPackage im Blick behalten.
Die Lizenzen, kurz erklärt
Für die freien Daten kommen drei Standardlizenzen sowie in Hessen eine gesetzliche Nutzungsregelung zum Einsatz. Alle erlauben die kommerzielle Nutzung und die Weitergabe abgeleiteter Produkte. Sie unterscheiden sich vor allem bei Quellenvermerk und Änderungshinweis.
- DL-DE/Zero-2.0 (Nordrhein-Westfalen, Berlin) stellt keinerlei Bedingungen. „Jede Nutzung ist ohne Einschränkungen oder Bedingungen zulässig.“
- DL-DE/BY-2.0 (BW, Brandenburg, RP, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hamburg) verlangt einen Quellenvermerk, erlaubt aber ausdrücklich die Nutzung in eigenen Produkten und Anwendungen, kommerziell eingeschlossen.
- CC BY 4.0 (Bremen, MV, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) verlangt Quellenangabe und einen Hinweis auf Veränderungen. Bayern nutzt dieselbe Lizenz, allerdings nur für seine kostenfreien Teilprodukte, nicht für die Flurstücksdaten.
Hessen ist ein Sonderfall: Die Nutzung richtet sich nicht nach einer der drei Standardlizenzen, sondern nach den §§ 18 und 24 HVGG. Ein Quellenvermerk ist freiwillig. Wird er für bearbeitete oder veränderte Daten verwendet, muss er auch auf die Veränderung hinweisen.
Die Quellenvermerke sind je Land unterschiedlich formuliert. Beispiele: ©GeoBasis-DE/LGB, dl-de/by-2-0, Daten geändert (Brandenburg), Quelle: GeoSN, dl-de/by-2-0 (Sachsen), ©GeoBasis-DE/MV/CC BY 4.0 (Mecklenburg-Vorpommern). Wer Daten mehrerer Länder kombiniert, braucht alle Vermerke.
Eigentümerdaten: was nicht geht
Sämtliche kostenfreien Angebote betreffen ALKIS ohne Eigentümerangaben. Welche Objekte und Attribute enthalten sind, hängt vom Land und vom jeweiligen Produkt ab. Je nach Angebot können dazu Flurstückskennzeichen, Gemarkung und Flur, amtliche Fläche, tatsächliche Nutzung, Gebäude oder Hausnummern gehören; nicht jeder freie Datensatz enthält alle diese Angaben.
Eigentümerdaten sind in keinem Bundesland Open Data. Der Zugang setzt ein berechtigtes Interesse voraus, das im Einzelfall geprüft wird, in Nordrhein-Westfalen nach § 14 Abs. 2 VermKatG NRW und abgerechnet mit 27 € je angefangener Viertelstunde. Auch in Bayern kann grundsätzlich Einsicht erhalten, wer ein berechtigtes Interesse glaubhaft macht. Die auf der LDBV-Seite zu Eigentümerdaten genannten Gerichte, Behörden, Notare und Steuerberater sind Beispiele für den berechtigten Teilnehmerkreis des automatisierten Abrufverfahrens, keine abschließende Liste aller Auskunftsberechtigten.
Wichtig für die Praxis: Das berechtigte Interesse hängt an der antragstellenden Stelle und an den konkreten Flurstücken. Es ist nicht übertragbar. Ein Dienstleister kann Eigentümerdaten also nicht auf Vorrat beschaffen und weiterreichen.
Zwei Punkte zur Vorsicht
Open Data ist kein amtlicher Nachweis. Für Bauvorlagen und alles mit rechtlicher Wirkung brauchen Sie weiterhin einen amtlichen Auszug oder einen amtlichen Lageplan vom Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur. Schleswig-Holstein formuliert das ausdrücklich: „Einige Produkte, wie z.B. amtliche Auszüge aus dem Liegenschaftskataster, werden weiterhin ausschließlich kostenpflichtig angeboten.“
Die Aktualität schwankt erheblich. Bayern, Brandenburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern liefern tagesaktuell, Niedersachsen wöchentlich, Berlin monatlich, Bremen, Hamburg und Sachsen quartalsweise, Nordrhein-Westfalen im GeoPackage nur halbjährlich. Bei Grundstücksteilungen und Neubauten kann das entscheidend sein.
Hinweis zur Aktualität dieser Übersicht
Alle Angaben wurden im August 2026 direkt bei den zuständigen Landesämtern geprüft. Formate, Lizenzen und Portale ändern sich, teilweise ohne Ankündigung. Wir pflegen diese Seite fortlaufend nach.
Wenn Ihnen eine Änderung auffällt oder ein Land in Ihrer Erfahrung anders liefert als hier beschrieben, schreiben Sie uns. Diese Übersicht wird nur dann gut, wenn Praktiker sie korrigieren.